Bedürfnisorientiert begleiten rund um Schule und Kita – Teil II
[Werbung / Rezensionsexemplare / Buchvorstellung / Spielevorstellung] Jetzt ist es bereits soweit und für unser zweites Kind hat die Vorschulzeit begonnen. Seit kurzem hat sie nun auch einen eigenen Schreibtisch, den sie zum Malen, Basteln, und auch zum Üben von Buchstaben und Zahlen oder zum Ausfüllen von Vorschulheften ausgiebig und gerne nutzt. Und auch einen Schulranzen hat sie sich bereits ausgesucht.
Schon so lange hat sie sich nun darauf gefreut, in der Kita endlich zu den „Großen“ zu gehören. Nun darf sie endlich all die spannenden Aktivitäten mitmachen, die in unserer Kita ausschließlich den Vorschulkindern vorbehalten sind.
Bedürfnisorientierte Vorschul-Vorbereitung: was passiert in der Vorschulzeit?
Ich erlebe die Vorschulzeit nun also schon zum zweiten Mal mit und sie ist eine sehr spannende Zeit – für Kinder und Eltern. In der Vorschulzeit stellen sich die letzten Weichen für den Schulbeginn. In der Regel prüfen die Erzieher*innen in der Kita sowie Ärzt*innen bei den Vorsorgeuntersuchungen und bei der Schuleingangsuntersuchung und anderes geeignetes Fachpersonal wie Logopäd*innen oder Ergotherapeut*innen noch einmal, ob das Kind wirklich schulreif ist und ob es den Beginn der Schulzeit voraussichtlich meistern kann. Ob das gelingt, hängt natürlich an vielen verschiedenen Faktoren, die wir Eltern (nur) teilweise mit beeinflussen können, beispielsweise durch eine sinnvolle, bindungs- und bedürfnisorientierte Vorschul-Vorbereitung.
Wie können wir Vorschulkinder also sinnvoll, bedürfnisorientiert und mit allen Sinnen auf den Schulanfang vorbereiten? Ein paar Tipps und Ideen, wie das gelingen kann, habe ich hier anhand von Buch- und Spiel-Empfehlungen zusammengestellt:
Spielerische und bedürfnisorientierte Vorschul-Vorbereitung für Wackelzahn-Kinder:

Jetzt im Herbst spielen wir wieder viel mehr drinnen als draußen und unsere Kinder haben einige ihrer Gesellschafts-Spiele, Bastelsuchen, Puzzle und vieles mehr wieder entdeckt. Hier findet ihr ein paar schöne Spiel- und Bastel-Ideen für die bedürfnisorientierte Vorschul-Vorbereitung, mit denen unsere Kinder (und insbesondere unser Vorschulkind) sich gerne beschäftigen:
RinglDing* aus dem AMIGO Spiele Verlag – ab 4 Jahren
Wer Halli Galli* kennt, für den ist das Spiel-Prinzip von RinglDing bereits größtenteils bekannt: alle spielen gleichzeitig und wer am schnellsten ist, haut auf die Glocke. RinglDing* ist nämlich vom gleichen Spiele-Erfinder wie Halli Galli. Bei diesem Spiel geht es darum, dass eine Karte aufgedeckt wird, auf der eine Kombination verschiedener Ringfarben auf einer Hand gezeigt werden.
Nun müssen alle Spieler*innen so schnell wie möglich das Motiv an ihrer Hand nach stecken – ob dabei die rechte oder linke Hand benutzt wird, ist egal. Wer die Glocke geschlagen und alles richtig gemacht hat, bekommt die Karte und gewonnen hat der/die Spieler*in, welche*r am Ende die meisten Karten vor sich gesammelt hat. Hier können Vorschulkinder ganz wunderbar ihre Feinmotorik und Konzentration üben.
Dobble 1, 2, 3* von Asmodee – ab 4 Jahren
Dobble ist ein sehr beliebtes Kinderspiel und so gibt es mittlerweile viele verschiedene Versionen davon: Tiere, Paw Patrol, Harry Potter, Minions und vieles mehr. Das Prinzip ist dabei immer gleich: wenn zwei Karten aufgedeckt sind, gibt es immer genau ein Motiv, das bei beiden Karten gleich ist und das gilt es am schnellsten zu finden. In dieser Version geht es um Zahlen und Formen in verschiedenen Farben.
Das heißt, dass als Lösung hier beispielsweise „rotes Rechteck“ oder „grüne neun“ gesagt werden, um die Karten zu gewinnen. Kinder werden dabei also ganz nebenbei in Sachen Zahlen, Formen und Farben geschult.
Paw Patrol Quartett* – ab 4 Jahren
Quartett spielen geht natürlich immer und das Spiel ist klein und handlich und daher auch super für unterwegs geeignet. Unsere Kinder lieben Paw Patrol, daher gab es bei uns ein Quartett Spiel im Paw Patrol Design, bei dem man dann jeweils vier farblich zusammengehörige Paw Patrol Hunde für ein Quartett zusammen sammeln muss.
Regenbogenschlange* aus dem AMIGO Spiele Verlag – ab 4 Jahren
Im Gegensatz zu RingLDing oder Dobble ist die Regenbogenschlange ein eher ruhigeres Spiel, für das es ein bisschen Glück braucht. Das Spiel besteht aus diversen Karten, die entweder einen Schlangenkopf, einen Schwanz und ganz viele verschiedenfarbige Mittelteile der Schlange abbilden.
Ziel ist es, die Karten farbig aneinander passend zu kombinieren und am Ende eine möglichst lange vollständige Schlange zu haben. Wer eine ganze Schlange mit Kopf, Schwanz und mindestens einem Mittelteil zusammenlegt, erhält die entsprechenden Karten. Gewonnen hat am Ende der*die Spieler*in mit den meisten Karten. Bei diesem Legespiel lernen Kinder spielerisch Farben zu unterscheiden und zuzuordnen.
Die Regenbogenschlange gibt es hier übrigens auch direkt zusammen im Bundle mit RingLDing* zu kaufen.
Weitere Spiel- und Bastelideen für die bedürfnisorientierte Vorschul-Vorbereitung

Andere Möglichkeiten für die bedürfnisorientierte Vorschul-Vorbereitung sind das Üben von Konzentration, Gedächtnis oder Feinmotorik für Vorschulkinder mithilfe von diversen Vorschul-Heften, einem Memory-Spiel, den beliebten Bügelperlen* oder Mosaic Playmais*. Und für ein gutes Zahlen-Verständnis kann ich SumBlox* sehr empfehlen, die übrigens auch noch in der ersten Klasse sehr hilfreich sein können beim Zählen, Addieren und Mengen-Verständnis lernen. Wer beim Memory vermeiden möchte, dass Karten knicken, dem empfehle ich ein langlebiges Memory aus Holz*.
Buch-Empfehlungen zur Vorschulzeit: bedürfnisorientiert fördern
Aber nicht nur mit Gesellschafts-Spielen, sondern auch mit vielen anderen Beschäftigungsideen können wir unsere Kinder fördern und ihre Feinmotorik, Kreativität, ihre Kommunikation und all ihre Sinne für eine bedürfnisorientierte Vorschul-Vorbereitung schulen. Wie das besonders bindungs- und bedürfnisorientiert möglich ist, darüber handeln u.a. diese drei Bücher, die ich euch im Folgenden vorstellen und allesamt ans Herz legen möchte:
„Kinder spielerisch fördern: Die 100 schönsten Spiel- und Beschäftigungsideen für die Kindergartenzeit“ von Sandra Pichler und Patricia Pomnitz*

Wer von euch den beiden Autorinnen Patricia Pomnitz und vor allem Sandra Pichler bereits auf Instagram folgt, weiß sicher schon was für tolle und kreative Möglichkeiten es gibt, mit Kindern zu spielen und sie dabei gleichzeitig spielerisch zu fördern und auf die Schule vorzubereiten. Nun haben die beiden ein Buch mit den 100 schönsten Spiel- und Beschäftigungsideen für die Kindergartenzeit veröffentlicht. Ich habe es noch nicht geschafft, mir alle 100 Spielideen anzuschauen, aber ich bin echt begeistert von diesem Buch und all den kreativen Vorschlägen.

Ich persönlich liebe Farben und alle Spiele, die möglichst bunt und farbenfroh sind, daher sind meine Favoriten zum Beispielen das Spielen mit Reis oder Nudeln, die zuvor mit Lebensmittelfarben verschieden gefärbt wurden. Dabei lassen sich die tollsten Farbkombinationen erstellen. Ich gebe zu, dass es für mich anfangs gewöhnungsbedürftig war, die Kinder mit Lebensmitteln spielen zu lassen, da der Glaubenssatz „Mit dem Essen spielt man nicht.“ einfach noch sehr stark in mir war. Dabei haben die Kinder bei diesen Spielideen häufig den allermeisten Spaß und kommen richtig tief in den Flow.
Mein Fazit: abonniert unbedingt die Instagram-Accounts von Sandra Pichler und Patricia Pomnitz und das Buch der beiden kann ich euch ebenfalls nur ans Herz legen.
„Mit allen Sinnen wachsen“ von Inke Hummel*

Eines unserer Kinder tut sich in der Kita etwas schwerer mit der Anpassung an die Gruppe. Im letzten Entwicklungsgespräch wurde sie von den Erzieherinnen als besonnenes und entspanntes Kind bezeichnet – dabei ist sie zu Hause oft das Gegenteil. Viele Anziehsachen sortiert sie von vorne herein aus, weil sie nur unbequem aussehen, viele weitere probiert sie kurz an und stellt dann fest, dass sie sie als zwickend oder unbequem empfindet. Gerade nach der Kita ist sie nachmittags oft schlecht gelaunt und fängt gerne einen Streit mit ihren Schwestern an, gefühlt kann man ihr nichts recht machen.
Ich erlebe sie als sehr sensibel und reizempfindlich und denke, dass sich in der Kita große Mühe gibt, sich anzupassen und all ihre Kooperation dann nachmittags verbraucht ist. Und genau über das Thema der Körperwahrnehmung und Reizempfindlichkeit hat die Spiegel-Bestseller-Autorin Inke Hummel ein Buch geschrieben – ich habe beim Lesen teilweise das Gefühl gehabt, dass sie es genau für ein Kind wie meine Tochter verfasst hat, so oft habe ich sie in diesem Buch wieder erkannt.

Die Wahrnehmung unterstützen und fördern: bedürfnisorientierte Vorschul-Vorbereitung
Der Untertitel von Inke Hummels neuestem Buch lautet „Körpergefühl – Motorik – Konzentration – Miteinander. Wie du die Superkraft der Wahrnehmung unterstützt“. Und darum geht es auch: Inke Hummel erläutert zunächst alles, was wir als Eltern zum Thema Wahrnehmung und Sinnesorgane wissen sollten, wo Kinder Probleme mit der Wahrnehmung haben können oder wie man eine andere Art der Wahrnehmung erkennen kann.
Wenn Eltern festgestellt haben, dass ihr Kind an der ein oder anderen Stelle, Probleme haben könnten, geht es im nächsten Schritt daran, diese Bereiche genauer zu beobachten und möglichst viele Sinnen anzusprechen. Dazu sind keine besonderen „Übungen“ nötig, sondern die meisten Anregungen lassen sich im Alltag ganz einfach unterbringen, teilweise auch, indem wir unsere Kinder einfach bei unseren alltäglichen Gewohnheiten und Erledigungen mithelfen lassen.
Im letzten Teil stellt Inke Hummel einige Spiel-Anregungen vor, wie sich die Wahrnehmung, das Körpergefühl und die Sinne ganz spielerisch fördern lassen. Besonders beliebt ist bei uns ein Spiel, das die Kinder schon aus der Kita kennen: die Pizza-Massage. Dabei ist der Rücken des Kindes die Pizza, die zunächst mit den Zutaten zusammen geknetet, dann belegt und am Ende in den Ofen geschoben wird. Darüber hinaus hat Inke Hummel noch eine ganze Palette weiterer lustiger, Wahrnehmungs- und Beziehungs-fördernde Spiele auf Lager.
„Kinderleicht ins Gespräch kommen“ von Michèle Liussi*

Im Gegensatz zu Inke Hummels Buch „Mit allen Sinnen“ fokussiert Michèle Liussis Buch allein auf der Kommunikation. Denn eine gute Kommunikation ist beim bedürfnisorientierten Begleiten von Kita-Kindern eben auch wichtig.
Doch mit Kindern wirklich ins Gespräch zu kommen, ist manchmal gar nicht so einfach. Ich rede zwar den ganzen Tag mit meinen Kindern, doch in den meisten Fällen sprechen wir über unsere alltäglichen Handlungen. Oft habe ich das Gefühl, dass ein Großteil meiner Sätze Handlungsaufforderungen oder Fragen an die Kinder beinhaltet wie „Zieh dich bitte an.“, „Lass deine Schwester in Ruhe und ärgere sie nicht.“, „Was möchtest du spielen?“ oder „Was möchtest du essen?“.
Über ihre Gefühle und das, was meine Kinder bewegt – und im Übrigen auch über meine Gefühle und das, was mich bewegt – sprechen wir nur selten. Und manchmal ist es auch gar nicht so einfach, so ein tiefgründiges Gespräch zu beginnen, denn wenn ich meine Kinder frage „Wie war es in der Kita?“, dann lautet die Antwort kurz „Gut“.
Kommunikation im Alltag: mit Kindern und Erzieher*innen
In der Kita besteht in der Regel noch ein sehr enger Austausch zwischen Erzieher*innen und Eltern, sodass ich von den Erzieher*innen meist täglich erfahre, ob meine Kinder das Essen mochten, ob sie sich mit einem anderen Kind gestritten haben oder ob irgendetwas anderes erwähnenswertes im Laufe des Kita-Tages passiert ist. Doch in der Schule ist der Austausch zwischen Lehrer*innen und Eltern weit weniger intensiv – allein dadurch, dass ich die Lehrer*innen meines Kindes selten sehe, da sie nach der Schule noch weiter betreut wird und außerdem selbstständig nach Hause kommt. Daher ist mir wichtig, schon in der Kita eine gute Kommunikation mit meinen Kindern zu etablieren, die wir da in der Schule weiterführen können.
Wie es gelingt an dieser Stelle anzusetzen und z.B. mehr über den Kita-Tag zu erfahren, darum geht es im folgenden Buch:

Wie gelingt eine starke Eltern-Kind-Kommunikation?
Das Buch „Kinderleicht ins Gespräch kommen“ von Michèle Liussi beginnt mit einer wissenschaftlichen Erklärung, wie Kommunikation allgemein mit Kindern gelingen kann und welche Dinge Kinder im Alter von 2 bis 6 in der Regel sprachlich noch nicht erfassen können, also z.B. Sarkasmus oder (doppelte) Verneinungen. Im zweiten Teil geht es um die Haltung und das aktive Zuhören, die beide übrigens auch in der Gewaltfreien Kommunikation mit Kindern sehr wesentliche Bestandteile sind.
Teil 3 des Buches ist für mich der spannendste Teil: hier stellt Michèle Liussi 44 spielerische Ideen für eine starke Eltern-Kind-Kommunikation vor, also wie es gelingt quasi nebenbei über wichtige oder tiefgründige Dinge zu sprechen – ohne dabei ein ernstes Gespräch am Küchentisch zu führen, wie manche von uns Eltern das vielleicht noch aus unserer eigenen Kindheit kennen.
Die Spielideen sind kategorisiert in kommunikative Spiele, bindungsstärkende Spiele und Gamechanger. Außerdem gibt es eine Übersicht, für welche Situation welches Spiel besonders gut geeignet ist. Ich habe daraus viele wunderbare Spiel- und Kommunikationsideen für meine Kinder gefunden – nicht nur um mehr über ihren Tag zu erfahren, sondern zum Beispiel auch im Umgang mit Wut und anderen starken Gefühlen.
Mein Fazit: auch dieses wunderbare und beziehungsfördernde Buch kann ich für Eltern von Kindern im Altern von 2-6 absolut empfehlen.
Resümee: was macht eine gelungene bedürfnisorientierte Vorschul-Vorbereitung aus?
Wenn mein Kind am Ende der Vorschulzeit, viel gespielt, gebastelt, geturnt und kommuniziert hat, dann ist sie bestmöglich auf die Schule vorbereitet. Dass das auch sehr spielerisch und ganz ohne Stress möglich ist, habe ich anhand der hier vorgestellten Spiele und Bücher gezeigt. Natürlich kann ein Kind, das gerne Buchstaben und Zahlen üben möchte, auch eine ganze Reihe von Vorschulheften mit Schwungübungen, Rätseln und vielem mehr ausfüllen.
Mir ist für eine gelungene bedürfnisorientierte Vorschul-Vorbereitung aber vor allem wichtig, dass mein Kind emotional gut auf die Schule vorbereitet ist und dass wir als Eltern das Gefühl haben und vermitteln können, dass unser Kind die erste Zeit in der Schule gut meistern kann. Der Rest ergibt sich meist von ganz alleine.
Ob ein bedürfnisorientierter Schulanfang dann am Ende gelingt, hängt natürlich nicht nur von der bedürfnisorientierten Vorschul-Vorbereitung, sondern noch einmal von vielen anderen Faktoren ab, über die ich in Teil I zu Bedürfnisorientiert begleiten rund um Schule und Kita bereits geschrieben habe.
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Sonnenkinderleben.de: Ich bin Jenni und ich bin feministische Coachin, artgerecht® Erziehen ohne Schimpfen Coach, Dreifachmama, begeisterte Anwenderin der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg sowie Content- und Marketing-Expertin. Hier findest du mehr über mich.
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