SonnenKinderLeben
Featured Image

Nachhaltigkeits-ABC

ABC zum nachhaltigen Familienleben

Im Nachhaltigkeits-ABC findest du von A wie Ablehnen bis Z wie Zero Waste Definitionen, Tipps und Begriffe zum nachhaltigen Familienleben.

Das Nachhaltigkeits-ABC ist aktuell noch im Aufbau. Jede Woche kommt mit dem nächsten Buchstaben ein neuer Begriff dazu. Bild und Text zum neuen Begriff werden zuerst in den sozialen Netzwerken veröffentlicht und dann auf dieser Seite.

Wenn du also nichts verpassen möchtest, dann folge mir doch einfach: SonnenKinderLeben ist auf FacebookInstagramTwitter und Pinterest vertreten. Du kannst meinen Blog auch per RSS abonnieren.

A wie Ablehnen

Ablehnen (Refuse) – das gehört zu den sogenannten 5 Rs der Nachhaltigkeit: neben Reuse (Wiederverwenden), Reduce (Reduzieren), Rethink (Umdenken) und Recycle (Müll wieder verwerten).

Was könnt ihr denn ablehnen, fragt ihr euch vielleicht? So vieles kommt ungefragt zu euch und produziert Müll. Die Werbung in eurem Briefkasten zum Beispiel. Klebt einfach einen „Keine Werbung gewünscht“ Aufkleber auf den Briefkasten und schon landet weniger unerwünschtes Papier in eurer Tonne. In der Stadt teilen Menschen Flugblätter aus und im Supermarkt wird euren Kindern ein Plastikspielzeug als Werbegeschenk angeboten. All das könnt ihr ablehnen, um nachhaltiger zu leben und weniger Müll zu produzieren.

B wie Bambus-Zahnbürste

Bambus-Produkte, die Plastik ersetzen sollen, gibt es immer mehr: Bambus-Zahnbürste, Bambus-Kaffeebecher, Bambus-Besteck, Bambus-Brotdosen und vieles mehr.

Wie nachhaltig ist Bambus denn eigentlich? Bambus wächst sehr schnell, bei guten Bedingungen bis zu einem Meter pro Tag – da kann man fast beim Wachsen zuschauen. Damit ist er ein schnell nachwachsender Rohstoff und sehr widerstandsfähig noch dazu und Plastik vorzuziehen.

Laut Utopia.de ist die Fairness von Bambus allerdings noch umstritten, da ein Großteil unserer aktuellen Bambus-Produkte aus China stammen und der Bambus ebenfalls dort herkommt. Die Bambus-Branche ist gerade ein stark wachsender Wirtschaftszweig, aber sie steht in Europa noch recht am Anfang, daher gibt es noch wenige Zertifizierungen zur Nachhaltigkeit.

Vorsicht übrigens vor Bambus-Kaffeebechern oder anderen Bambus-Produkten mit heißem Inhalt: die Stiftung Warentest warnt aktuell vor diesen Produkten, da bei der Produktion Melamin und andere Produkte verwendet werden, die beim Erhitzen ins Getränk übergehen können.

Wusstet ihr übrigens, dass Bambus kein Baum, sondern eine Gras-Art ist? Jeder Bambus-Stock ist also ein Gras-Halm.

C wie Co2-Fußabdruck

Kennst du eigentlich deinen Co2-Fußabdruck? Und weißt du, wie du ihn möglichst gering halten kannst?

Hier ein paar Tipps:

  • Iss möglichst wenig Fleisch- und Fisch-Produkte.
  • Ernähre dich stattdessen möglichst vegetarisch oder vegan.
  • Kauf deine Lebensmittel regional und saisonal ein.
  • Versuche so wenig Lebensmittel wie möglich wegzuwerfen, sondern alles zu verwenden. Am besten geht das übrigens, wenn du dir einen Kochplan für die Woche aufstellst.
  • Vermeide Kreuzfahrten, Flugreisen, Auto- oder Motorradfahren so gut es geht und reise am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Benutze energieeffiziente Haushaltsgeräte (A++) und heize deinen Wohnraum im Winter nur moderat auf (etwa bis 21°C).
  • Kauf Kleidung, Möbel und Kinder-Spielsachen nach Möglichkeit Second-Hand, damit sie nicht extra für dich neu produziert werden müssen.

Wenn du deinen Co2-Fußabdruck genauer wissen möchtest, kannst du ihn z.B. beim WWF im Test herausfinden.

D wie D.I.Y.

D wie D.I.Y. - Nachhaltigkeits-ABC

Selbstgemacht ist doch häufig besser als gekauft. Dabei geht es darum, was du alles selbst herstellen kannst statt es zu kaufen, um damit deinen Geldbeutel und die Umwelt zu schonen.

Ein paar Beispiele:

  • Bienenwachstücher aus geraspeltem Bienenwachs und Leinentüchern in der passenden Größe für deine Behältnisse herstellen
  • wiederverwendbare Wattepads aus Stoffresten oder alten T-Shirts schneiden / nähen
  • Kinderspielzeuge aus Verpackungsresten wie einem Karton basteln: das kann z.B. ein Fernseher werden, ein Aquarium, eine Burg oder je nach Größe auch ein Flugzeug, ein Auto oder ein Spielhaus, in dem die Kinder sitzen können (z.B. bei einem Umzugskarton)
  • Gemüse und Obst selbst anbauen statt im Supermarkt zu kaufen, wenn man einen Garten oder größeren Balkon hat: damit hast du dann bereits das Maximum an Regionalität und Saisonalität in Bio-Qualität erreicht
  • Mundnasenschutz aus Stoffresten selbst nähen statt einen Einmal-Mundnasenschutz zu kaufen

E wie E-Mail

Kann ein E-Mail-Postfach nachhaltig sein?

Ja, kann es. Bei grünen und nachhaltigen E-Mail-Diensten wie Posteo.de (unbezahlte und unbeauftrage Werbung) werden deine E-Mails auf Servern gespeichert, die von Ökostrom betrieben werden. Der Dienst bei Posteo ist nicht kostenlos, mit 1 Euro / Monat aber auch alles andere als teuer. Gleichzeitig gibt es dort keine Werbung, die Möglichkeit, auf Wunsch ein anonymes Konto zu eröffnen, und der Datenschutz und die Verschlüsselung ist weitaus besser als bei den bekannten kostenlosen und nicht nachhaltigen E-Mail-Diensten.

Auch meine Website liegt übrigens auf dem grünen Server Biohost.de, der ebenfalls ausschließlich mit Ökostrom betrieben wird.

F wie Flexitarisch essen

F wie Flexitarisch essen - Nachhaltigkeits-ABC

Das Essen von Fleisch ist schlecht für die Umwelt und die aller wenigsten Tiere werden vor der Schlachtung artgerecht gehalten. Daher geht der Trend immer mehr zum vegetarisch, vegan oder eben flexitarisch essen.

Bei Milena Glimbovski, Gründerin von Originalunverpackt.de, habe ich mal gelesen, dass sie aus Umwelt- und Tierschutzgründen zwar eigentlich Vegetarierin ist, phasenweise auch Veganerin, und dass aber gleichzeitig für sie bei Festen wie Weihnachten o.ä. Fleisch zum Festessen dazu gehört. Ich finde das sehr sympathisch.

Wie bei allem geht es aus meiner Sicht nicht um Perfektionismus. Genauso halte ich es für sinnvoll, lieber so viel #Lesswaste wie möglich zu praktizieren statt an #ZeroWaste zu scheitern. Ich selbst esse seit längerem kein Fleisch und bin bisher noch nicht „rückfällig“ geworden, doch vegan leben und ganz auf tierische Produkte zu verzichten, fällt mir sehr schwer.

Freunde von uns werden regelmäßig von einem befreundeten Jäger mit Hirschfleisch versorgt. Die Hirsche müssen geschossen werden, damit der Wald nicht überbevölkert wird und gleichzeitig haben sie vorher frei und ohne Massentierhaltung leben können.

G wie Grünes Geld

Ich habe eine Zeit lang bei einer Bank gearbeitet, die das Geld ihrer Kunden ausschließlich nach nachhaltigen und ethischen Werten angelegt hat. Seitdem mir wichtig, dass auch meine Konten, mein Gespartes, meine Kredite und meine Versicherungen möglichst „grün“ sind.

Was bedeutet das, wenn Geld ethisch und nachhaltig verwaltet wird? Wenn du einer Bank oder Versicherung dann Geld gibst, dann wird dein Geld investiert, damit das Geldhaus damit etwas verdient (auch wenn das in Niedrigzinszeiten nicht viel sein mag). Möglicherweise werden durch dieses Geld Unternehmen gefördert, die zum Beispiel mit Hilfe von Kinderarbeit ihr Geld verdienen oder andere Menschenrechte missachten, die Waffen produzieren oder die durch ihr Verhalten zur Umweltzerstörung beitragen.

Bei grünen und ethischen Banken kannst du dir sicher sein, dass genau das nicht mit deinem Geld passiert. Die einzelnen nachhaltigen Banken haben jedoch unterschiedliche Standards.

Oft geben die einzelnen nachhaltigen Banken Berichte heraus, wie sie das Geld ihrer Kunden angelegt haben und wie sie damit die Umwelt gefördert haben. Wenn du dich für eine grüne Bank interessierst, schau dir am besten diese Reports an, um zu wissen, ob das für dich in Frage kommst.

H wie Hausmittel gegen Erkältungen

Besonders der kommende Herbst und Winter, mit den uns sicherlich bevorstehenden Erkältungen, Fieberinfekten, Magen-Darm-Viren und wer weiß was noch alles, macht mir Sorgen, muss ich gestehen. Wie schaffen wir es als Familie durch Herbst und Winter – möglichst ohne ganz so häufig krank zu werden?

Bei Erkältungen, Husten und Nebenhöhlen-Entzündungen haben uns schon oft die folgenden Hausmittel geholfen, von denen die meisten nahezu #ZeroWaste und #nachhaltig sind:

  1. Ingwer-Zitronen-Tee oder Salbei-Tee bei Erkältung bzw. Husten
  2. Selbst gemachter Hustensaft aus Zwiebeln, Salbei, Thymian und Honig
  3. Zwiebel-Wickel für die Nacht
  4. Erkältungsbäder
  5. Nasendusche oder Inhalator mit Kochsalz-Lösung

Mehr zu Erkältungs-Hausmitteln findet ihr hier.

I wie Insektensterben

I wie Insektensterben - Nachhaltigkeits-ABC

Insekten wie Mücken, Fliegen oder gerade jetzt im Spätsommer Wespen, die so aggressiv sind, sind lästig und weniger davon wäre mir – insbesondere in der Nähe meiner Kinder, die auf Stiche auch gerne mal allergisch reagieren – irgendwie lieber. Aber ohne Insekten könnten wir nicht überleben.

Und tatsächlich ist der Mensch daran schuld, dass es immer weniger Insekten gibt – sowohl in der reinen Anzahl wie auch in der Vielfalt ihrer Arten. Was können wir dagegen tun?

Ich habe mal ein paar Tipps zusammengestellt, wie jeder einzelne von uns zum Überleben von Insekten beitragen kann:

  1. Bio-Lebensmittel kaufen, die nicht mit chemischem Pestiziden belastet sind und auch den Insekten schaden – und auch selbst im eigenen Garten nur natürliche Pflanzenschutzmittel verwenden.
  2. Insekten- und Vogeltränken aufstellen – nicht nur an heißen Tagen haben Insekten und Vögel Durst, aber dann natürlich besonders, genau wie wir Menschen.
  3. Insektenhotels im Garten / auf dem Balkon aufhängen – Insektenhotels kann man entweder in vielen Baumärkten oder vielen anderen Läden kaufen oder mit wenigen Handgriffen selbst herstellen.
  4. Insekten aus dem Haus oder von Balkon / Terrasse mit natürlichen Mitteln wie ätherischen Ölen fernhalten – auch hier keine chemischen Mitteln verwenden, die die Insekten töten und auch für uns Menschen häufig nicht ungefährlich sind.
  5. in Garten und auf dem Balkon insektenfreundliche Pflanzen ansiedeln – häufig sind die entsprechenden Blumensaaten oder Pflanzen mittlerweile schon als insektenfreundlich gekennzeichnet, wenn das auf sie zutrifft.

J wie Joghurt herstellen

J wie Joghurt herstellen - Nachhaltigkeits-ABC

Hier gibt es einen #ZeroWaste oder #LessWaste Tipp von mir. Ich bin nämlich vor kurzem auf ein Rezept gestoßen, mit dem du Joghurt ganz einfach selbst herstellen kannst und das möchte ich gerne mit dir teilen.

Mit diesem Rezept kannst du sowohl Joghurt aus Kuhmilch wie auch aus Pflanzenmilch selbst herstellen. Was du dafür brauchst: Milch, ein paar Löffel fertigen Joghurt aus dem Supermarkt oder Joghurtpulver (Ferment), ein paar Schraubgläser und einen Topf. Klingt doch ganz einfach, oder?

Ist es viel Aufwand Joghurt selbst zu machen? Nein, es braucht nur ein bisschen Zeit und Geduld. Du solltest also ein bisschen Zeit einplanen, bis du deinen selbst gemachten Joghurt essen kannst. Die Joghurt-Bakterien brauchen nämlich etwa 12 Stunden zum Reifen.

Das ganze Rezept und alle Schritte zur Herstellung findest du bei Utopia.de.

K wie Kastanien als Waschmittel

K wie Kastanien als Waschmittel - Nachhaltigkeits-ABC

Im Herbst sammeln meine Kinder gerne Kastanien, Eicheln oder Haselnüsse – was eben gerade alles von den Bäumen fällt. Und sie sammeln wirklich viele Kastanien, sodass wir dann auch sehr viel mit Kastanien basteln. Kastanien-Männchen und -Tiere, einen Kastanien-Nüsse-Blätter-Kranz für die Haustür und vieles mehr.

Aber wusstet ihr, was man mit Kastanien noch tolles anstellen kann? Kastanien taugen nämlich ganz wunderbar als Waschmittel. Shia von Wastelandrebel hat in ihrem Artikel aus dem letzten Herbst ganz genau beschrieben, wie du Kastanien als Waschmittel benutzen kannst und wie das bei ihr seit Jahren wunderbar funktioniert.

Absolut #ZeroWaste und #ZeroMoney. Dazu noch #ZeroAufwand – vor allem, wenn eure Kinder genauso gerne Kastanien sammeln wie meine und sie Beutelweise von der Kita mit nach Hause bringen (da stehen bei uns nämlich ein paar riesige alte Kastanienbäume auf dem Spielplatz).

L wie Leihen statt kaufen

L wie Leihen - Nachhaltigkeits-ABC

Leihen ist nachhaltiger als Kaufen – und sorgt vor allem bei Kindern für mehr Abwechslung. Aus diesem Grund gehen wir immer wieder gerne zur Bücherei und die Kinder dürfen sich neue Bücher aussuchen.

Bei uns gibt es in der Bücherei auch Kinderspiele für die verschiedenen Altersklassen auszuleihen – auch das findet vor allem unsere Fünfjährige toll. In einigen Großstädten gibt es auch Ludotheken, in denen die Auswahl an Spielen noch wesentlich größer ist als in unserer Stadtbücherei, wo die Spiele nur ein kleines Regel einnehmen.

Darüber hinaus gibt es auch immer mehr Anbieter, die online oder vor Ort Spielzeug, Anziehsachen für Kinder oder Stoffwindeln verleihen. Die Leihgebühren sind in der Regel extrem günstig im Vergleich zum Kauf und berechnen sich nach der Leihdauer pro Woche oder Monat. Das ist häufig nicht nur wesentlich günstiger als neue Sachen zu kaufen, sondern auch weniger aufwendig.

Wenn man etwas nicht mehr braucht, weil die Kinder herausgewachsen sind oder das Spielzeug langweilig geworden ist, kann man es einfach zurück geben/ schicken und spart sich dabei noch den Aufwand für den Verkauf der nicht mehr gebrauchten Sachen. Mehr Minimalismus inklusive.

M wie Menstruationstasse

M wie Menstruation - Nachhaltigkeits-ABC

Menstruationstassen oder Menstruations-Unterwäsche sind nachhaltig, langfristig günstiger und in der Regel gesünder als die Wegwerf-Varianten wie Tampons oder Binden.

Menstruationstassen lassen sich jahrelang (je nach Herstellerangaben bis zu 10 Jahre) verwenden, wenn sie regelmäßig gut gereinigt und ausgekocht werden. Wenn du dir überlegst, wie viele Tampons oder Binden man in einem solchen Zeitraum benötigt, lässt sich damit schon eine ganze Menge Müll sparen.

Mit Menstruations-Unterwäsche habe ich persönlich noch keine Erfahrungen gemacht. Hier gibt es aber diverse Hersteller, die die Unterwäsche aus verschiedenen Materialien herstellen, damit sie ähnlich saugfähig wie binden sind. Für mehr Nachhaltigkeit empfehle ich, darauf zu achten, woraus die Unterwäsche hergestellt wird und wo.

Von einigen amerikanischen Marken habe ich gelesen, dass sie relativ viel Chemie verwenden, um die Saugfähigkeit zu optimieren. Es gibt aber einige deutsche oder europäische Marken, die dafür verstärkt natürliche Stoffe benutzen. Und Regionalität ist schließlich auch nachhaltiger, als wenn deine Unterwäsche erst um die halbe Welt transportiert werden muss, um zu dir zu kommen.

Im Gegensatz zu Menstruationstassen ist die Unterwäsche verhältnismäßig teuer und du brauchst natürlich auch mehrere Unterhosen, damit du sie austauschen und waschen und trocknen kannst, während man die Menstruationstasse nur einmal ausspülen muss, um sie im Anschluss direkt wieder benutzen zu können.

Einen aktuellen Bericht der Öko-Test darüber, wie empfehlenswert Menstruationstassen sind, findet ihr bei Utopia.

— — — — — —

Sonnenkinderleben.de: Ich bin Jenni und hier findest du mehr über mich.

Folgt mir hier: Facebook, Instagram, Twitter oder Pinterest, um regelmäßig über meine Beiträge zu bedürfnisorientiertem und nachhaltigem Familienleben informiert zu werden. Ihr könnt meinen Blog auch per RSS abonnieren. Ich freue mich auf euch!

Mein Beitrag hat euch gefallen? Dann teilt ihn gerne hier: