Wie feiert man Ostern ohne Familie?

Im Prinzip entspannter und mit weniger Vorbereitungen und unperfekter. Wir waren joggen und Fahrrad fahren und allgemein viel an der frischen Luft, haben im Garten gearbeitet, Eis gegessen, Muffins gebacken, den Geburtstag vom Aprilmädchen nach gefeiert, natürlich Ostereier gesucht und sogar ein bisschen den Keller aufgeräumt und Laufrad fahren geübt.

Wir haben Ostern als Familie schon ganz unterschiedlich gefeiert, mal nur mit einem Teil der Familie, mal mit der ganzen Familie über zwei Tage, mal waren wir über Ostern im Urlaub, aber noch nie waren wir ganz allein zu viert zu Hause. Ostern ist für uns zwar ein nicht ganz so wichtiges Familienfest wie Weihnachten, aber nur mit Kindern und Mann habe ich noch kein Ostern verbracht.

Familie nur aus der Entfernung sehen

Um nicht ganz allein zu sein, haben wir unsere Familie aus einem ausreichend großen Sicherheitsabstand bzw. über einen Bildschirm und Videotelefonie zu sehen bekommen können. Einer der Opas und ein Onkel haben jeweils an Ostern kurz geklingelt und aus der Ferne ein Körbchen vom Osterhasen übergeben.

Zum Glück war der Osterhase in Zeiten von Corona für die Kinder auch etwas großzügiger als in den Jahren zuvor und hat mit einem Knet-Set, Büchern und Puzzlen ein bisschen neue Beschäftigung für die nächsten Tage (oder Wochen..?) in den Alltag zu Hause gebracht.

Videokonferenz mit den Verwandten

Statt eines Treffens mit der Familie gab es bei uns dann eine Videokonferenz und wir haben zum virtuellen gemeinsamen Kaffee und Kuchen essen eingeladen, bei dem dadurch dann auch die Familienmitglieder aus dem Ausland teilnehmen konnten. Ich war mir vorher nicht sicher, wie unser Vorschlag für eine Videokonferenz bei der Familie ankommen würde und wie sich die Unterhaltung entwickeln würde, aber zu unserer Freude war die ganze Familie sehr begeistert über den Austausch miteinander und die Abwechslung vom tristen Corona-Alltag, den wir doch gerade alle größtenteils zu Hause und allein verbringen.

Sollte der nächste Geburtstag in der Familie noch immer in die Corona-Zeit fallen, werden wir das auf jeden Fall noch mal wiederholen. Und wenn wir Glück haben und bis dahin das schlimmste überstanden ist und die Auflagen gelockert sind, dann können wir trotzdem die Familienmitglieder, die verhindert oder weiterhin im Ausland sind, per Video dazu schalten.

Corona-Zwangsferien Woche 4 ist zu Ende

Am Ende der Osterfeiertage merken wir, dass wir es gerade total gewohnt sind – wenn auch unfreiwillig – als Familie größtenteils zu dritt, aber auch sehr gut zu viert alleine Zeit zu verbringen. Nach vier Wochen ohne Kindergarten, Verabredungen, Hobbys oder den Teil des Soziallebens, der nicht über soziale Medien abläuft, haben wir unsere täglichen Routinen gefestigt. Und so sind die fünf Tage „Oster-Urlaub“, die wir zu viert zu Hause verbringen, erstaunlich entspannt. Im Gegensatz zu manch anderem „normalen“ Wochenende gibt es wenig Stress und dadurch auch wenig Streit.

Es scheint, als ob wir nach vier Wochen in einem Einklang als Familie angekommen sind. Irgendwie haben wir alle akzeptiert, dass wir durch diese Corona-Ferien jetzt gemeinsam einsam als Familie durch müssen. Mein Mann und ich haben akzeptiert, dass wir gerade im Prinzip kaum noch Zeit haben, die wir nicht mit Kinderbetreuung oder (Care-)Arbeit verbringen.

Ostereier suchen
Ostereier suchen

Und die Kinder haben akzeptiert, dass sie gerade beide – von uns Erwachsenen abgesehen – keine anderen Spielpartner haben als die eigenen Schwester. Das war am Anfang teilweise langweilig und frustrierend für die große Schwester und sehr herausfordernd und anstrengend für die kleine Schwester. Aber sie haben sich einander angenähert und auch wenn das Julimädchen als große Schwester weiterhin das Spiel bestimmt, einfach weil sie über den weitaus größeren Wortschatz und die besseren Argumente verfügt, hat das Aprilmädchen doch gelernt sich durchzusetzen und eindeutig mitzuteilen, wenn ihr etwas nicht gefällt und sie so gerade nicht mit spielen möchte.

Was fehlt uns?

Unsere Verwandten im direkten Kontakt und ohne den Umweg über Bildschirme oder ohne Sicherheitsabstand sehen zu können fehlt uns allen sehr. Und soziale Kontakte im Allgemeinen fehlen uns natürlich auch. Ein bisschen erzwungene Entschleunigung vom allgemein hektischen Alltag hat uns bisher als Familie ganz gut getan, aber wir wären alle mehr als bereit, in den Alltag zurückzukehren. Das Julimädchen vermisst ihre Freunde und ihre Erzieherinnen jeden Tag ein bisschen mehr, während das Aprilmädchen mit gerade zwei ihre Spielkameraden jeden Tag ein bisschen zu vergessen zu scheint und mit ihrer großen Schwester mehr und mehr zufrieden wirkt.

Es fehlt uns, für unsere Familie und für liebe Freunde da sein zu können, die gerade krank sind (zum Glück nicht mit dem Coronavirus) oder die gerade viel mehr Stress haben als wir. Und wir würden gerne viel mehr helfen können, als es aus der Entfernung möglich ist.

Und es fehlt uns aktuell eine Perspektive: wir warten auf die Entscheidung, wie es weiter gehen wird – bleiben die Kitas zu oder werden sie wieder geöffnet? Wird der Vorschlag, die Kitas und Grundschulen erst nach den Sommerferien wieder öffnen zu lassen, angenommen oder haben wir Glück und dürfen unsere Kinder schon früher ihre Freunde und Erzieherinnen endlich wieder sehen?

Ich kann absolut nachvollziehen, dass kleinere Kinder weder Mundschutz tragen wollen noch einen Sicherheitsabstand einhalten können und dadurch zu einer weiteren Ausbreitung der Krankheit beitragen werden, aber für all die gestressten Familien zwischen Home Office, Home Schooling und Home Kindergarten wünsche ich mir doch irgendwie, dass noch eine andere Lösung gefunden wird.

Wie es weiter gehen kann oder wird? Empfehlung zum Weiterlesen:

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